
Kunsttherapie am Lebensende
Palliative Begleitung mit Kunst unterstützt dich in dem, was du im jeweiligen Moment brauchst – deine Wünsche geben die Richtung vor. Künstlerische Vorkenntnisse oder Fähigkeiten sind nicht notwendig. Alle benötigten Materialien werden von mir mitgebracht. Ich biete an, mit meinem Mobilen Atelier zu dir zu kommen, und dich dort zu begleiten, wo du gerade bist.
Für Wen?
Mein Angebot richtet sich an
- Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit einer lebensbegrenzenden Erkrankung oder am Ende ihres Lebens
- Wahl:Familien, in denen ein Familienmitglied erkrankt ist
- Personen, die einem schwer erkrankten oder sterbenden Menschen nahestehen
Je nachdem was ihr Euch wünscht, kann die Begleitung von Kindern oder Jugendlichen im Einzelkontakt; gemeinsam mit Geschwisterkindern bzw. Eltern oder mit anderen wichtigen Menschen stattfinden. Mehr Infos zu kunsttherapeutischer Begleitung von Kindern und Jugendlichen findest du weiter unten.


Ich habe einige Jahre Kunsttherapeutin im palliativen Kontext mit schwerstkranken und sterbenden Menschen gearbeitet. In der palliativen Behandlung im Krankenhaus wird Kunsttherapie u.a. als Bestandteil der nicht-medikamentösen Schmerztherapie eingesetzt. Viele Menschen sind durch Symptome wie Schmerzen, Übelkeit oder Erschöpfung belastet. Palliative Begleitung mit Kunst ist auch dann möglich und wohltuend, wenn z. B. die Beweglichkeit, das Sehvermögen oder die Möglichkeiten sich verbal mitzuteilen eingeschränkt sind oder fehlen.
Der Begriff Palliative Care bzw. Palliativmedizin leitet sich vom lateinischen „pallium“ ab, und bedeutet „Schutzmantel“ oder „mit einem Mantel umhüllen“. Die Idee dahinter ist, Menschen mit fortgeschrittenen nicht heilbaren Erkrankungen auf ihrem Weg bestmöglich zu unterstützen – Lebensqualität ist hier das Schlüsselwort.
Palliative Künstlerische Begleitung hilft
- körperlich und geistig zu entspannen
- dich auf das zu fokussieren, was dir wichtig ist
- die Aufmerksamkeit von Belastendem wegzulenken, und schöne und leichte Momente zu erleben
- eigenen Gefühlen, Gedanken und Fragen Raum geben zu können, ohne Sorge, nahestehende Menschen emotional zu überlasten
- auf das eigene Leben zurück zu blicken
- die Kraft zu finden, den Abschied bewusst zu gestalten


„Werkzeugkoffer“ für die Palliative Kunsttherapie
In der palliativen Begleitung mit Kunst können ganz unterschiedliche Dinge passieren, z.B.
- Rezeptive Kunsttherapie: Betrachten von biografisch wichtigen Dingen oder Kunst
- Aktives Kunsttherapie, z. B. mit Farben, Holz, Muscheln, Ton etc.
- Anfertigen von Geschenken, Lebensbüchern oder Schriftstücken
- Bemalung am Körper
- Biografiearbeit
- Phantasiereisen & Imagination
- Märchenarbeit oder Ritualgestaltung
- Entspannungsmethoden
Inseln der Ruhe und Kraft
Natürlich kann künstlerische Begleitung kraftraubende körperliche Symptome nicht wegzaubern, und drängende Sorgen und Angst nicht ungeschehen machen. Aber sie kann Inseln der Ruhe und Kraft entstehen lassen. Sie kann helfen, die Aufmerksamkeit zu verschieben. Der gegenwärtige Augenblick wird wichtig – die leuchtenden Farben des Herbstbaums vor dem Fenster. Die glatte Ostseemuschel in deiner Hand. Die richtige Farbe in genau diesem Moment.


Lebensthemen und Lebensbegleiter
Lebensthemen, Wünsche oder „Unerledigtes“ kann in Gedanken oder auf dem Papier symbolisch „abgeschritten“ und vielleicht auch geschlossen werden.
Mitunter haben nicht auflösbare Schmerzen, Unruhe oder Ängste auch mit früheren Ereignissen oder unerledigten Themen zu tun. Erinnerungs- und Biografiearbeit ergibt sich daher oft ganz von selbst als Bestandteil der Begleitung.
Der kreative Prozess findet im gemeinsamen Nachdenken und Gedankenspiel statt. Manchmal entwickeln sich daraus Bilder, Skulpturen, Texte oder andere Gegenstände. Ich begleite dich dabei oder setze, wenn du es möchtest, deine Ideen und Vorstellungen um.
In dieser Lebensphase entstandene Gegenstände oder Kunst an wichtige Menschen weiterzugeben, kann für alle Beteiligten tröstlich sein. Gemalt, geformt, schriftlich zu Papier oder in sonstige Form gebrachte Erinnerungen, Geschichten, Gedanken oder Wünsche werden zu wertvollen Geschenken und Andenken, für Menschen, die dir wichtig sind.
Miteinander Sein
Es ist auch möglich, gemeinsam mit einem oder mehreren nahestehenden Menschen etwas zu gestalten. Miteinander zu werkeln, reden, lachen, weinen oder zu schweigen.
Dabei dürfen auch Gedanken, Gefühle, Hoffnungen und Wünsche füreinander da sein. Vielleicht tut gemeinsames Zurückblicken auf die miteinander geteilte Zeit gut? Oder sich zusammen eine Pause vom anstrengenden Alltag zu gönnen? Oder bewusst miteinander den bevorstehenden Abschied zu gestalten? Oft mischen sich Gefühle im Spannungsfeld zwischen Trauer, Angst und Sorge, Wut, Hoffnung oder Dankbarkeit ineinander.
In der schmerzhaften Situation authentisch miteinander im Kontakt zu sein, ist heilsam und hilft die Kraft zu finden, zu den nächsten Schritten des Lebens überzugehen.


Kunsttherapie für Kinder und Jugendliche mit unheilbaren Krankheiten
Wie sieht eine Seele aus?
Welche Farbe hat sie und welche Form? Hat sie vielleicht Flügel? Was bedeutet überhaupt „tot sein“? Wo ist man dann überhaupt? Und kann das geliebte Meerschweinchen mitkommen wenn man stirbt?
Malen und kreatives Spiel ist die Sprache der kindlichen Seele, und Kinder greifen von selbst auf diese Sprache zurück, wenn sie etwas beschäftigt oder bedrückt. Themen wie Sterben, Abschied und Tod finden direkt und indirekt Eingang in Bilder, geknetete oder gebastelte Formen und Figuren und dazu ausgedachte Geschichten. Künstlerische Begleitung ermöglicht Kindern und Jugendlichen mit unheilbaren Krankheiten sich in einem sicheren Rahmen altersgerecht und in ihrem Tempo mit dem zu beschäftigen was für sie wichtig ist.
Freude in den Alltag bringen
Natürlich kann künstlerisches Gestalten Angst oder Schmerzen nicht wegzaubern. Aber es kann Spaß und Leichtigkeit in den Alltag bringen, und den Raum der Möglichkeiten wieder etwas vergrößern. Selbstvergessene, spielerische Momente dürfen entstehen, in denen mit leuchtend bunter Farbe aufs Papier gemalt wird, oder die eigenen Hände bemalt werden. Wo Sand durch Finger rieseln darf.


Mehr Lebensqualität
Die Beschäftigung mit künstlerischen Medien ermöglicht
- kindliche, spielerische Anteile auszuleben
- positive Erfahrungen zu machen und Kraft zu tanken
- sich als selbstwirksam und handlungsfähig zu erleben
- Kontakt aufzunehmen und möglicher innerer Isolation etwas entgegenzusetzen
- Gefühle und Unfassbares in Formen und Farben zu packen und innerlich zu sortieren
- sich mit belastenden Erfahrungen oder Fragen auseinanderzusetzen
- den Krankenhausalltag oder eine belastete Familiensituation für eine Weile hinter sich zu lassen











