
Kreative Trauerbegleitung & Trauerarbeit
Kreative Trauerarbeit ist eine Form der Trauerbegleitung. Künstlerische Vorkenntnisse oder Fähigkeiten sind dafür nicht notwendig.
Für wen?
Kreative Trauerarbeit eignet sich für Kinder, Jugendliche und Erwachsene sowie Familien. Trauer kann ganz unterschiedliche Ursachen haben, z.B.
- weil ein wichtiger Mensch oder Tier gestorben ist, oder unheilbar erkrankt ist, und bald sterben wird
- der Verlust der eigenen körperlichen Unversehrtheit und Gesundheit.
- der Verlust einer wertvollen Beziehung
- die Trennung der Eltern bzw. der Familie
- der Abschied vom Arbeitsplatz, der Heimat oder einer intakten Umwelt.
Mehr Infos zu Kreativer Trauerbegleitung für Kinder und Jugendliche findest du weiter unten im Text.


Gefühle entknoten
In modernen westlichen Gesellschaften haben die wenigsten von uns gelernt, Trauer als Teil des Lebens zu verstehen, und mit ihr umzugehen. Gleichzeitig gibt es in unserem Alltag auch nur wenig Raum dafür. Dabei ist es in den allermeisten Fällen hilfreich schmerzhafte Emotionen auszudrücken. Es braucht dafür nicht notwendigerweise viele Worte. Vor allem kommt es darauf an, Wege zu finden, die sich für dich gut anfühlen. Kreativität kann so ein Weg sein.
Trauer kann Angst machen und überfordern. Sie kann sich anfühlen, als wäre ein Teil von uns selbst gestorben. Als sei man in Watte gepackt oder vielleicht bleibt sie auch ungreifbar. Wichtig ist zu wissen, dass es keine „richtige“ und „falsche“ Trauer gibt. Jeder Mensch trauert anders. Sie ist eine normale Reaktion auf einen Verlust. Und so belastend und schmerzhaft Trauer auch sein kann, sie gänzlich wegzuschieben, tut langfristig selten gut. Das, was verloren wurde oder betrauert wird, muss nicht aus dem Leben verbannt oder „losgelassen“ werden. Sondern darum, ihm einen neuen Platz im eigenen Leben zu geben.
Wozu ist Kreative Trauerbegleitung gut?
- Gefühle, Gedanken und Erinnerungen zu ordnen
- mit innerer Unruhe umzugehen
- sich zu stabilisieren
- Ängste zu verarbeiten
- Mut zu schöpfen
- Gefühle wie z.B. Scham, Wut, Schuld, Schmerz, Erleichterung oder „komische Gedanken“ zuzulassen und einen Umgang damit zu finden
- zu überlegen, was man behalten möchte und was loslassen
- wichtigen Fragen nachzugehen
- Kraft und gute Gedanken zu tanken
- Veränderungen zu begreifen & Abschied zu nehmen
- mit dem verstorbenen Mensch oder Tier in Verbindung zu bleiben


Jede Trauer ist anders
darum läuft jede Begleitung auch etwas unterschiedlich ab. Du musst deine Trauer weder beiseite schieben, noch dich gezielt mit ihr beschäftigen, wenn du das nicht möchtest. Es ist möglich
- Ideen mitzubringen, die du gern umsetzen möchtest.
- falls ein Gefühl im Vordergrund steht, können wir gemeinsam überlegen, was du damit machen möchtest.
- frei zu gestalten (d. h. ohne Thema) oder zu überlegen, wonach dir gerade ist.
„Werkzeugkoffer“ für die Kreative Trauerarbeit
- Gestalten mit verschiedenen kreativen Materialien, z.B. Papier, Farben und Pinsel, Stein, Ton, Fotos, Textilien, Holz, etc.
- Gemeinsames Gestalten und Improvisieren
- Kreative Beschäftigung mit persönlichen Erinnerungen oder Erinnerungsstücken
- Erstellen von Lebens- und Erinnerungsbüchern
- Begleitung beim Gestalten der Urne oder des Sarges
- Rituale und Abschiedsgestaltung
- Imagination / Phantasiereisen / Märchenarbeit


Kreative Trauerbegleitung für Kinder und Jugendliche
Trauerprozesse verlaufen bei Kindern und Jugendlichen anders als bei Erwachsenen. Oft kommt Trauer in Schüben, und in den Zeiten dazwischen wirken sie fast unauffällig. Manchmal zeigen sich Trauerreaktionen auch indirekt durch körperliche Beschwerden, Ängstlichkeit oder Schwierigkeiten beim Schlafen.
Je nachdem was ihr Euch wünscht, kann die Begleitung
- im Einzelkontakt
- gemeinsam mit Geschwisterkindern, Eltern oder anderen wichtigen Menschen stattfinden.
Mehr Wissen macht weniger Angst
Viele Erwachsene sind unsicher, wieviel schmerzhafte Realität rund um das Thema Tod Kindern und Jugendlichen zugemutet werden kann. Ob sie einem Krankenhausbesuch, einer Bestattung oder dem Thema Suizid ausgesetzt werden dürfen.
Kinder und Jugendliche spüren, wenn etwas nicht in Ordnung ist. Es ist nicht hilfreich nicht über die Schwere einer Erkrankung oder einen bevorstehenden Abschied zu sprechen. Schmerzhafte Veränderungen nicht anzusprechen, bedeutet in erster Linie sie mit ihrer Unsicherheit, Angst und Trauer allein zu lassen. Ebensowenig wenn Kinder oder Jugendliche ihre verstorbenen Menschen nicht mehr sehen dürfen. Abschied nehmen und be-greifen zu können ist wichtiger Teil von Trauerarbeit.






